DZZI GmbH
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Klinik Berner Stieg

Fachkrankenhaus für Zahnärztliche Implantologie
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Updated:
02.08.2014

Neue biochirurgische Verfahren sparen Kosten und Zeit

"Girl with dark hair" von Pablo Picasso

"Wenn es etwas gibt, wofür es sich zu leben lohnt, dann ist es die Betrachtung des Schönen." Recht hat er, der griechische Philosoph Platon. Doch was ist Schönheit speziell beim Menschen und in der Zahnmedizin? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Schließlich empfindet jeder Mensch anders.

Picasso hat einen ganz ähnlichen Zugang: "What is a face, really? Its own photo? Its make-up? Or is it a face as painted by such or such painter? Doesn’t everyone look at himself in his own particular way?"

Wir nehmen es als selbstverständlich, dass ein Gesicht zwei Augen eine Nase und einen Mund hat. Was geschieht aber, wenn die Natur Gesichter produziert mit drei oder vier Augen, zwei Nasen und zwei Mündern? Gesichtsverdoppelungen sind in der Mythologie weit dokumentiert. Diese alte Maske hier repräsentiert einen Gott, der die Fähigkeit hat, die Wahrheit und die Unwahrheit zu sagen, als auch in die Vergangenheit, die Gegenwart und in die Zukunft zu sehen.

Das Gesicht als direkte optische Verständigung spielt in der Mutter-Kind Beziehung eine tiefe Rolle. Im Gehirn gibt es ein Erkennungszentrum, dass es uns ermöglicht, unter Millionen Gesichtern das uns vertraute wieder zu erkennen.

So ist das Gesicht mit seinen Augen, der Nase, den Ohren und dem Mund von höchster vitaler Bedeutung als Instrument des Individuums mit seiner Umwelt zu kommunizieren. Forschungsergebnisse der kürzlich nominierten amerikanischen Nobelpreisträger für Medizin zeigen, dass ein überraschend hoher Anteil, etwa drei Prozent der Gene des Menschen allein für die Entwicklung und Unterhaltung des Geruchssinnes verantwortlich sind. Dies belegt, welch großen Stellenwert der Geruchssinn in der Auseinandersetzung mit der Umwelt hat.

So fühlen wir uns auch aus den gleichen Gründen zu Menschen hingezogen, die ein schönes Gesicht haben, weil es als Symbol eine Selektionsmöglichkeit darstellt, die im Gegenüber ein intaktes genetisches System verspricht. Rückkoppelnd wirkt diese Attraktivität positiv auf unser Selbstbewusstsein und gibt uns die Möglichkeit, überzeugend aufzutreten.

Eine große Körperstatur, das strahlende Lächeln eines intakten Gebisses ermöglichen uns Rückschlüsse auf die genetische Zuverlässigkeit im Sinne von Gesundheit und auf die Stärke des Gegenüber, seiner Bedrohlichkeit, aber auch seiner Schutzfähigkeit.

Hier liegen die Gründe dafür, dass ganze Industriezweige sich heute mit dem Thema Schönheit und Fitness beschäftigen. Am Gegenteiligen wird uns die Wirkung klar: das Gesicht des zahnlosen alten Menschen mit seinen senkrechten Falten um den eingefallenen Mund, der spitzen Nase und dem spitzen Kinn strahlt seine charakteristischen Eigenschaften aus.

Auch hierfür liegen die Ursachen in der Physiologie der Zellen, ihrem genetischen Konzept und damit ihrem Untergang auch auf Grund äußerer Einflüsse. Der Zahnverlust des modernen Menschen ist auf zwei Faktoren zurückzuführen: Getreideernährung und Zucker. Zahnlosigkeit bedeutet, diesem Menschen fehlt der Biß, zum einen um sich selbst zu erhalten, aber auch fehlende Stärke, Harmlosigkeit im Sinne von fehlender Bedrohlichkeit. Bedrohlichkeit wiederum verursacht Respekt, Angst und Zuneigung, Macht und Attraktivität. Wird es da nicht Zeit, angesichts dieser fundamentalen Zusammenhänge Depression in Aktion umzuwandeln?

Die medizinische Möglichkeit, diese genetischen Konzepte zu beeinflussen zeichnen sich ab. Hierin liegt eine große intelligente Chance der Anpassung an die Herausforderungen der Umwelt wesentlich differenzierter als es die Natur bisher mit ihren unbestreitbar brutalen Selektionsmechanismen gemacht hat. So sind auch wir Teil dieser Natur?

Zahnimplantate verändern zwar nicht das genetische Konzept, sie helfen aber sehr wirksam diese Defizite zu kaschieren. Sie sind der Ersatz für die verlorengegangene Zahnwurzel, die als Träger der nach außen sichtbaren Krone, des eigentlichen Zahnes dient.

Nach einigen Umwegen zeigt sich heute, dass metallische Titan-Implantate mit einer speziellen aufgerauhten Oberfläche einen äußerst innigen Verbund mit den Knochenzellen und der Knochenstruktur des Kieferknochens eingehen. Dieser Verbund ist derartig intensiv, dass nicht mal die enormen Kräfte des Kauens ihn auflösen können: vorher bricht das Metall.

Gute Diagnostik ist die Voraussetzung für die ideale Behandlung

Beim Implantatverlust spielen daher mechanische Aspekte nur eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund steht auch wieder das genetische Konzept der Knochenzellen. Sie werden durch die Einflüsse der Absonderungen von Bakterien im Mund so beeinflusst, dass die Knochenstruktur sich auflöst. Dadurch wackelt das Implantat, es geht genauso verloren, wie der natürliche Zahn. Gelänge es, diese genetischen Eigenschaften der Knochenzellen so zu verändern, dass die Absonderungen der Bakterien ihnen nichts ausmachen, wäre alles gelöst: vor allem gebe es keine Implantologie mehr, denn der natürliche Zahn bliebe erhalten.

Anstelle der fehlenden Zahnwurzel wird ein Implantat in den Kiefer gesetzt

Man sieht, die bakterielle Infektion spielt, wie so oft, eine entscheidende Rolle. Das Bakterium ist der bedrohlichste Konkurrenzorganismus für den Menschen auf dieser Erde. Da Zahnimplantate mit zum Teil erheblichen Kosten verbunden sind, der natürliche Zahn hingegen den Menschen kostenlos gewachsen ist, muss auf die Verhinderung der Infektion bei Zahnimplantaten besonders geachtet werden. Dies umso mehr, als die Mundhöhle ein ständig mit Bakterien besiedelter Raum ist. Genau dieser Umstand macht es so schwierig, beim chirurgischen Eindringen in die sterile Umgebung des Kieferknochens die Einschwämmung von Bakterien zu verhindern. Auch nach dem Zunähen ist die Gefahr nicht vorüber, denn in den ersten 24 bis 72 Stunden nach der Operation sind die Wundränder noch nicht ausreichend miteinander verhaftet. Die in dieser Zeit eintretende Infektion mit dem folgenden Implantatverlust ist weltweit anhand riesiger Fallzahlen genauestens untersucht und beträgt im Mittel etwa 10 Prozent der Implantationen.

Folglich kommt der Infektionsprophylaxe bei Implantationen eine Schlüsselbedeutung zu. Sie erstreckt sich auf Maßnahmen vor der Operation (professionelle Zahnreinigung, Parodontitisbehandlung, Kariesbeseitigung, notwendige Extraktionen), Maßnahmen während der Operation (hygienische und sterile Bedingungen und Umstände im OP, entsprechend geschultes Personal) und Maßnahmen nach der Operation (keine Nahrungsaufnahme über den Mund für wenigstens 24 Stunden, gründliche Reinigung des Restgebisses, Antibiotikum).

Es gibt kleinere implantologische Eingriffe vor allem bei jüngeren Menschen, deren Zahnverlust noch nicht lange zurückliegt, und es gibt größere implantologische Eingriffe bei älteren Menschen, bei denen der Verlust der natürlichen Zähne lange Jahre zurückliegt und deren Kieferknochen sich wegen des Tragens einer Prothese mehr oder weniger, mitunter sogar extrem zurückgebildet hat, und bei denen unter Umständen beide Kiefer mit Implantaten versorgt werden müssen, damit eine festsitzende Zahnreihe eingesetzt werden kann.

Der kürzlich zurückliegende Zahnverlust, insbesondere beim jüngeren Menschen, erfordert einen geringeren chirurgischen Aufwand, weil wegen des noch ausreichenden Knochenangebotes eine Implantatform verwendet werden kann, die die volle Höhe des Knochens und die Form des leeren Zahnfaches ideal ausnutzt: das längliche, zylindrisch geformte Implantat, mit einer der natürlichen Zahnwurzel ähnlichen, man sagt: zahnanalogen Implantatform. Es kann durch einfache zylindrische Bohrung in den Kieferknochen eingesetzt werden.

Ein schnelles und zuverlässiges Verfahren, das wegen seines geringen chirurgischen Aufwandes und der verhältnismäßig geringen Anforderungen an die Operationsbedingungen in großer Zahl in Zahnarztpraxen angewendet werden kann. Daher sollte der eingetretene Zahnverlust so schnell wie möglich durch ein Implantat dieses Typs ausgeglichen werden.

Der länger, oft jahrelang zurückliegende Zahnverlust bedingt einen mitunter starken Knochenabbau, sodass ein Zylinder-Implantat wegen seiner Höhe und Breite nicht mehr ohne weiteres in den Kiefer hinein passt. Hier gestalten sich die Dinge schwieriger, wenn man dieses Implantat, das eigentlich für den kürzlich zurückliegenden Zahnverlust konstruiert ist, versucht, in den geschwundenen Knochen zu setzen.

Eine gängige Methode ist hierbei der Ausgleich des Knochenschwundes durch Knochentransplantation aus anderen Kieferbereichen, der Hüfte oder gar aus der Schädeldecke (beides besonders unangenehm) oder dem Einsatz von Ersatzmaterial, damit ein längliches Implantat überhaupt in den Knochen passt. Dieses Verfahren erfordert eine Behandlungszeit von bis zu einem Jahr, da auch körpereigene Transplantate ebenso wie künstliches Ersatzmaterial zunächst resorbiert werden müssen, bevor sich der gewünschte eigene Knochen neu bildet. Neuere molekularbiologische Forschungsergebnisse zeigen, dass wegen ihrer unterschiedlichen zelleigenen Botenstoffe Kieferknochen und Hüftknochen nicht in der Lage sind, sich zu "verständigen", sich gegenseitig zu Wachstum anzuregen. Die Folge ist ein Verschwinden des aufwändig gewonnenen Transplantates. Der gut gemeinte Aufbau ist also vergebens, zumal er auch dem eingesetzten Implantat keine sofortige Stabilität verleiht.

Hier setzen die speziellen Verfahren der Biochirurgie an, die ihre Methoden auf diese jüngsten Ergebnisse der Molekularbiologie gründet und durch spezielle Maßnahmen dem Implantat sofortige Stabilität geben.

Wenig bekannt ist zunächst mal die Tatsache, dass es Implantate gibt, bei denen eine Anpassung des Kiefers an das Implantat erst gar nicht erforderlich ist. Naturgemäß passen Sie daher auch in stark geschwundenen Restknochen. Weiterhin machen sich biochirurgische Verfahren die Tatsache zunutze, dass es sich auch bei Knochen um lebende Zellen handelt, die zu Heilung und Selbstaufbau genetisch bestens gerüstet sind. Alle Zellen des menschlichen Organismus unterliegen einem ständigen natürlichen Abbau und einem gleichzeitigen ständigen natürlichen Neuaufbau. Ist die Rate des Zellenaufbaus höher als die des Zellabbaus, wie beim jüngeren Menschen, so wächst der Körper. Im Erwachsenenalter haben wir im wesentlichen einen ausgeglichenen Aufund Abbau unserer Zellen, sodass die Nahrungszufuhr nicht dem Wachstum, sondern dem Erhalt des Körpergewichts dient. Beim älteren Menschen ist die Zell-Umbaurate insgesamt verringert, sodass bei normaler Nahrungszufuhr eine Gewichtszunahme über Fettablagerung eintritt, wenn der Überschuss nicht durch Verbrauch bei Bewegung "abgearbeitet" wird.

Die länglichen Implantate sind vorteilhaft, weil sie im geschwächten Kiefer Kräfte besser verteilen.

Die einzelnen Zellen unseres Organismus haben je nach ihrer Organzugehörigkeit unterschiedliche Eigenschaften. Die Zellen des Herzmuskels zum Beispiel unterscheiden sich in diesen Eigenschaften ganz erheblich von den Zellen des Gehirns. Generell überträgt die Mutterzelle ihre Eigenschaften bei der Zellteilung auf ihre Tochterzelle. Diese Übertragung der Eigenschaften ist wichtig, damit die Zellen zum Beispiel des Herzens oder der Haut alle gleich bleiben. Gibt es bei der Übertragung dieser Eigenschaften Fehler, wie zum Beispiel unter dem Einfluss von Rauchen bei den Zellen der Lunge, so gibt es Krebs. Diese Schädigungen lassen die Zelle aber rein äußerlich intakt.

Krankenzimmer für stationäre Aufenthalte

Darüberhinaus gibt es aber auch Schädigungen durch Verletzung und Zerstörung. Für diesen Fall hat sich im Organismus des Menschen eine wichtige lebenserhaltende Funktion herausgebildet: Heilung durch Selbstaufbau. Dieser Selbstaufbau wird angestoßen, sobald eine Zelle, sei es bei Haut, Muskel oder Knochen, durch äußere mechanische Einflüsse wie durch Unfall oder eben auch chirurgisch verletzt wird. Diese verletzten Zellen setzen sofort Botenstoffe frei, die ein beschleunigtes Wachstum ihrer intakten gleichartigen Nachbarzellen bewirken. Das gilt für Knochen genauso wie für alle anderen Zellen des menschlichen Organismus. Bei einigen Zelltypen geht diese Regeneration schneller, bei anderen langsamer.

Unterschiedliche Implantatformen

Benutzt man also bei wenig Knochen, beim länger zurückliegenden Zahnverlust, meistens eben auch beim älteren Menschen, zur Zahnverankerung schmale, grazile, horizontal länglich ausgerichtete Implantate mit hilfreicher großer Oberfläche, so entfällt in den meisten Fällen die Anpassung des Kieferknochens von vornherein. Lässt man beim extrem geschwundenen Restknochen den Hohlraum eines Knochendefekts zudem frei von Ersatzmaterial oder Transplantaten so entwickelt sich hierin zügig, schon im Laufe von vier bis sechs Monaten eine solide knöcherne Verankerung des gleichzeitig eingesetzten Implantates.

Die Klinik Berner Stieg hat diese Konzepte auf Grund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung entworfen, ständig angewandt und verbessert, sodass es heute so gut wie keinen Patienten gibt, der nicht implantologisch versorgt werden könnte vor allem bei extrem geschwundenem Kieferknochen des älteren Prothesenträgers. Sehr hilfreich ist hierbei, dass das hauseigene Labor die Zähne auf den Implantaten anfertigt. Vorteilhaft deshalb, weil die andernfalls notwendige, mitunter für den Patienten nachteilige Koordinierung zwischen Hauszahnarzt und Kieferchirurg entfällt.

Intelligente Methoden in der Zahnimplantologie zeichnen sich dadurch aus, dass ohne Umwege das Ziel erreicht wird. Ein Schlüssel hierfür ist die Orientierung am biologisch Möglichen.




DR. MED. AXEL J.A. WIRTHMANN

Dr. med. Axel J. A. Wirthmann, Jahrgang 1945, ist Arzt und Zahnarzt. Nach dem parallel absolvierten Doppelstudium promovierte er im Hormonlabor an der Universitätsfrauenklinik Göttingen zum Dr. med. und ließ sich 1976 in Hamburg als Zahnarzt nieder. Intensive Weiterbildung im Bereich zahnärztliche Implantologie in USA und Deutschland schloss sich unmittelbar an. Damit war Wirthmann einer der ersten in Deutschland, die sich diesem Thema intensiv widmeten. Seit Beginn der 80er Jahre arbeitet Wirthmann als Fortbildungsreferent für Implantologie, war 10 Jahre Gutachter für die kassenzahnärztliche Vereinigung Hamburg und Präsident der DGZI (Dt. Gesellschaft für zahnärztliche Implantologie). 1985 gründete er das Deutsche Zentrum für zahnärztliche Implantologie (DZZI) und rief 1991 das erste deutsche Fachkrankenhaus für das Gebiet der Implantologie, die KLINIK

Lehren an der New York University (v.l.): Prof. Wirthmann, Prof. Palti (GER), Prof. Schwartz-Arad (IS), Prof. Tarnow (USA).

BERNER STIEG ins Leben. Seither ist er dessen ärztlicher Leiter. Seit mehr als 20 Jahren hält er Vorträge auf wissenschaftlichen Kongressen weltweit und national und ist Leiter für Fortbildungskurse am DZZI, in die er auch als Erster in Deutschland die Zahntechniker eingebunden hat. Er verbesserte die Implantatprognose durch Einführung der postoperativen stationären Nachsorge durch intravenöse Ernährung, besonders bei komplizierten großen Eingriffen. Bei Tausenden von Implantationen hat er zahlreiche Innovationen in der implantatchirurgischen Operationstechnik entwickelt und diese veröffentlicht. Seit 2003 ist Wirthmann Professor an der New York University (NYU) und liest dort über Molekularbiologie der Zelle.


"TOP MAGAZIN HAMBURG" Artikel Ausgabe 4 Winter 2004


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