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Updated:
02.08.2014

Dr. Axel J.A. Wirthmann: Dritte ZÄHNE

Irgendwann erwischt es jeden von uns: Zähne fallen aus, entzünden sich, müssen gezogen werden, hinterlassen Lücken. Wenn sie mit einer Brücke nicht geschlossen werden können, sind die ungeliebten "Dritten" fällig. Was tun? Eine Prothese anpassen lassen? Eine schreckliche Vorstellung - mit Gebiß gehört man doch bereits zum alten Eisen. Oder etwa nicht? Aber Zahnersatz muß nun mal sein. Ein herausnehmbares Gebiß brauchen Sie allerdings nicht unbedingt. Welche Möglichkeiten die moderne Zahnheilkunde sonst noch bietet, erfahren Sie in diesem Büchlein.




Es ist soweit - Sie brauchen dritte Zähne. Für jeden von uns ist das eine belastende Mitteilung. Jetzt stehen Sie vor der Entscheidung, wie "luxuriös" Zahnarzt bzw. Zahntechniker Ihr neues Gebiß oder auch einzelne Gebißteile anfertigen sollen. Aufgrund der seit 1989 geltenden neuen Gesetze müssen Sie dabei ja selbst tiefer in die Tasche greifen.

Sie müssen entscheiden, ob Sie festsitzenden oder herausnehmbaren Zahnersatz wollen. Festsitzend, das bedeutet, daß die dritten Zähne wie eine Brücke ständig im Mund bleiben. Festsitzender Zahnersatz wird heute oft auch auf Implantaten abgestützt. Das sind künstliche Pfeiler, auf welche die dritten Zähne aufgesetzt werden.

Die herkömmlichen Prothesen dagegen sind herausnehmbar. Sie liegen lose auf dem zahnlosen Kiefer auf oder werden mit raffinierten, komplizierten oder einfachen Methoden an den noch vorhandenen Zähnen gehalten.

Zwischen diesen beiden Möglichkeiten - Prothese oder Brücke auf Implantaten -müssen Sie sich also entscheiden. Dieses Büchlein soll Ihnen dabei helfen, soll Ihnen Vor- und Nachteile beider Methoden klarmachen, soll Ihnen vor allem aber erst einmal die notwendigen Kenntnisse über Implantate vermitteln. Wir wollen Ihnen damit eine eigenverantwortliche, reiflich durchdachte Entscheidung ermöglichen.

Für jeden von uns bedeutet es einen gelinden Schock, wenn der Zahnarzt eröffnet, daß im Gebiß eine unüberbrückbare Lücke entstanden ist und eine Teilprothese notwendig wird. Noch schlimmer fährt uns der Schreck in die Glieder, wenn eine Ganzprothese fällig ist. Zu sehr haftet den dritten Zähnen der Makel an, daß man von nun an zum alten Eisen gehört. Omas Prothese, die über Nacht im Wasserglas "ruht" - die haben sicher auch Sie als junger Mensch milde belächelt. Und jetzt soll so etwas auch Sie treffen, obwohl Sie sich noch längst nicht alt fühlen, geschweige denn wirklich alt sind? Zahnlos, das haben sicher auch Sie bisher gedacht, sind doch nur alte Menschen. Weit gefehlt! Zahnlos sind oft schon Leute im Alter von 40 und 50 Jahren. Einfach, weil sie schlechte Zähne hatten, sie ungenügend gepflegt haben, Unfälle erlitten oder aufgrund von Zahnfleischschwund die Zähne wackelten und schließlich herausfielen. Aber je jünger man ist, wenn die dritten Zähne notwendig werden, desto schlimmer, desto größer ist die psychische Belastung.

Da wächst die Angst, kein Steak mehr essen, nicht mehr spontan mit Freunden im Restaurant die Leib- und Magenspeisen bestellen zu können - aus Angst, nicht richtig kauen und beißen zu können. Teigiges Graubrot müßte kerniges Schwarzbrot ablösen, und Gemüse dürften Sie nur noch gargekocht genießen.

Mehr noch: Prothesenträger sind unter Umständen höchst peinlichen Situationen ausgesetzt. Da kann es schon mal passieren, daß eine lose sitzende Prothese in die Suppe fällt oder in der Vorspeise stecken bleibt. - Gerade neue oder frisch gewechselte Prothesen sitzen oft noch nicht fest genug, damit sie wirklich "bißfest" halten. Ganz zu schweigen von der Vorstellung, daß Sie sich auf eine schöne Verabredung freuen und vom Partner oder Partnerin gebißbürstend im Badezimmer ertappt werden...

Wenn Sie sich für Ihre Prothese schämen oder sie Ihnen peinlich ist, werden Sie dazu neigen, sie nur noch nachlässig zu pflegen. Und das kann verheerende Folgen haben. Bedenken Sie, daß die künstlichen Zähne nicht aus zerbrechlichem, kostbarem Glas sind, sondern aus derbem weiß-rosa Kunststoff. Um die Essensreste wirklich gründlich zu entfernen, müssen Sie eine stabile, große Bürste (am besten eine Wurzelbürste) in die Hand nehmen und das Ding kräftig und gründlich schrubben. Aber wer tut das schon, wenn alles hopp-hopp gehen soll, damit einen niemand dabei erwischt? Und wer nimmt schon gerne ein Gebiß in die Hand?

Hinzu kommen Ekel und Scheu vor Haftmitteln, die sich noch schwerer entfernen lassen. Die Folge sind Bakterien, die sich darin festsetzen und sich ständig weiter vermehren können, oder ebenso Pilze, die mit der Zeit einen schmierigen, pelzigen Belag bilden. Für beide Organismen ist die warme, dunkle, sauerstoffarme und feuchte Mundhöhle eine ideale Brutstätte.

Diesen Belag entfernt keine Reinigungstablette. Den müssen Sie schon mit der Hand abbürsten oder abkratzen. Tun Sie das nicht, kann sich die Mundschleimhaut entzünden - die Prothese liegt ja direkt auf dem Zahnfleisch auf. Das tut weh, und unter Umständen können Sie dann die Prothese gar nicht einsetzen und tragen.

Die Haftmittel haben noch andere Nachteile: Sie verursachen höchst klebrige, zähe Ziehfäden in den Mundwinkeln - deutliches Erkennungszeichen, daß Sie eine Prothese tragen. Und schäumende Getränke wie Sekt, Brause, Bier dringen zwischen Haftmittel und Prothese und lockern die Verbindung. Das führt dazu, daß Sie mit der Zunge die Prothese festhalten müssen, wobei Sie saugende und schmatzende Geräusche von sich geben, was Sie nach gewisser Zeit selbst nicht mehr merken!

Unter Umständen werden Sie auch Schwierigkeiten bei der Aussprache bekommen. Wenn das Gebiß nicht wirklich einwandfrei sitzt, kann es sein, daß Sie lispeln.

Aus Angst halten Sie sich vielleicht auch ständig die Hand vor den Mund, beim Sprechen, beim Lachen. Das läßt Sie scheu und unsicher wirken.

Schlimmer noch sind die Folgen bei Geschäftsleuten. Sie werden sich schneller zufrieden geben, kein harter Verhandlungspartner mehr sein. Denn um nicht so viel sprechen zu müssen, werden Sie sich schneller mit einem Kompromiß einverstanden erklären. Unsicherheit läßt Sie als schwacher Verhandlungspartner erscheinen, als inkompetente/r Frau/Mann an Glaubwürdigkeit einbüßen. Prothesen beeinträchtigen überdies den Geschmackssinn, weil sie eine Gaumenplatte haben. Das nimmt Feinschmeckern einen Großteil der Freude an gutem Essen.

Auch Ihre Mimik wird sich verändern. Um die Prothese festzuhalten, spannen Sie unwillkürlich die Wangenmuskulatur an oder pressen mehr als sonst die Lippen aufeinander. Das gibt Ihnen einen ständig mißmutigen Gesichtsausdruck und läßt senkrechte Falten um die Lippen entstehen (Lachfalten sehen ganz anders aus!).

Darüber hinaus haben Prothesen auch zahnmedizinische Nachteile. Sie übertragen den Kaudruck auf den Knochen, nicht in ihn hinein. Auf Dauer weicht der Kieferknochen deshalb immer weiter zurück-die Prothese zerstört ihr eigenes Lager, das sie polstert bzw. trägt. Je länger Sie sie tragen, desto schlechter sitzt sie. Und je früher Sie die eigenen Zähne verlieren, desto mehr wird der Kieferknochen im Lauf der Jahre zurückweichen, desto größer werden mit zunehmendem Alter Ihre Schwierigkeiten mit den dritten Zähnen.

Natürlich geht das alles nicht so schnell. Manchmal dauert es Jahre, bis die Prothese zum ersten Mal neu unterfüttert werden muß, manchmal aber auch nur wenige Monate. Der Knochenverlust verläuft in Schüben, die kaum vorhersehbar und durch nichts aufzuhalten sind. Durch wiederholte Unterfütterungen mit Kunststoff wird die Prothese immer dicker, während Ihr Knochen gleichzeitig immer dünner wird.

Im Extremfall, nach jahrelangem Prothesentragen, wird z.B. der Unterkieferknochen finger- ja bleistiftdünn, so daß die Gefahr besteht, daß er ohne große Krafteinwirkung, bei normalem Essen also, bricht. Was das bedeutet, ist unschwer auszumalen. Dann werden umfangreiche kieferchirurgische Eingriffe erforderlich.

Das alles sind Nachteile von Prothesen, die eintreten können, aber nicht unbedingt müssen. Sicherlich gibt es Tausende von Menschen, die ihre Prothesen problemlos tragen.

Aber wenn Sie sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden können, sollten Sie doch Vor- und Nachteile beider Methoden kennen. Deshalb haben wir Ihnen die Nachteile ausführlich geschildert. Denn all diese Mängel haben Implantate nicht. Wägen Sie sorgfältig ab, was für Sie wichtiger ist.

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